Atitude Verde

Natur, Naturschutz und Naturtourismus in Brasilien

Pantanal, MS

Der Pantanal, eines der weltweit größten Binnenlandfeuchtgebiete, ist besonders artenreich und nicht zuletzt aus diesem Grund unter Naturschutz gestellt worden. Im Jahr 2000 wurde der Pantanal zum Biosphärenreservat der UNESCO, ist aber immer noch durch Rodung und voranschreitende Industrialisierung gefährdet. In den letzten Jahren ist der Pantanal zu einem wichtigen Ziel des nachhaltigen Tourismus in Brasilien geworden. Naturliebhaber mieten sich inder Regel in lokalen Fazendas oder Farmen - zumeist familiäre Unternehmen, die eine Herberge anbieten - ein. Sie sind oft nur mit dem Flugzeug erreichbar.

Die Anreise erfolgt mit dem Flieger, meistens über Sao Paulo und die Städte Campo Grande und Corumbá, beide im Bundesstaat Mato Grosso do Sul, aber auch über Cuiabá, die Hauptstadt des Bundesstaates Mato Grosso. Die Farmen übernehmen oft auch die Weiterreise mit dem Kleinflugzeug oder dem Landrover. Diverse Veranstalter bieten auch Expeditionsfahrten entlang der Transpantaneira (MT-060) einer 150 km langen Piste quer durch den Pantanal einschliesslich dem Besuch mehrerer Fazendas. Wer sich sicher sein möchte, dass bei der Organisation dieser Reisen Wert auf Nachhaltigkeit gelegt wurde, kann sich in Deutschland an entprechende Spezialanbieter wenden. Die günstigste Zeit für eine Reise in den Pantanal sind die Monate Juni bis Oktober - dann herrscht die Trockenzeit und die Tiere kommen regelmässig zu den Wasserstellen. Allerdings ist die Landschaft während der feuchten Monate deutlich beeindruckender.

Der Pantanal besitzt eine Gesamtfläche von 230.000 km² (in etwa die Fläche von Rumänien) besteht vornehmlich aus Überschwemmungsland, umschliesst aber auch Regenwald und Steppengebiete. Dieses vielfältige und hochdynamische Ökosystem bietet den Lebensraum für 650 Vogelarten, 46 Reptilienarten und seltene Säuger wie Jaguar und Mähnenwolf. Während der Hochwasserzeit, von September bis April, steht eine 20 bis 40 Kilometer breite Region entlang des Rio Paraguay bis zu drei Meter unter Wasser. Viehherden und wilde Landtiere ziehen sich in dieser Zeit zurück. Während der Trockenzeit, die ihren Höhepunkt im Juli erreicht, können Temperaturen bis auf 40 °C ansteigen. Dieser Dynamik verdankt der Pantanal seine aussergewöhnlich. Wissenschaftler gehen davon aus dass es hier, ähnlich wie in der Amazonas-Region, nach wie vor von unentdeckten Tier- und Pflanzenarten geradezu wimmelt.