Atitude Verde

Natur, Naturschutz und Naturtourismus in Brasilien

Pantanal, MS

Der Pantanal, eines der weltweit größten Binnenlandfeuchtgebiete, ist besonders artenreich und nicht zuletzt aus diesem Grund unter Naturschutz gestellt worden. Im Jahr 2000 wurde der Pantanal zum Welterbe der UNESCO erklärt, ist aber immer noch durch Rodung und Voranschreiten der Industrialisierung stark gefährdet. In den letzten Jahren ist es zum großen Ziel der Ökotouristen geworden. Die Naturliebhaber mieten sich am besten in den lokalen Fazendas oder Farmen - zumeist familiäre Unternehmen, die eine Herberge anbieten -  ein. Sie sind oft nur mit dem Flugzeug erreichbar.

Die Anreise erfolgt mit dem Flieger, zum Beispiel über Sao Paulo nach Campo Grande. Die Farmen übernehmen in der Regel die Organisation der Weiterreise mit dem Kleinflugzeug oder dem Auto. Die beste Reisezeit liegt in den Monaten von Juni bis Oktober - dann herrscht hier die Trockenzeit und die Tiere kommen zu den Wasserstellen. Allerdings ist die Landschaft während der feuchten Monate deutlich beeindruckender. Der Pantanal ist nur wenig erschlossen und wird von den Süßwasserseen dominiert, die von den vielen Flüssen gespeist werden.

Der Pantanal besitzt eine Fläche von 230.000 km² und ist ein Überschwemmungsland. Rund 20 bis 40 Kilometer um den Rio Paraguay steht das Land in der Hochwasserzeit, also von September bis April, komplett unter Wasser und das bis zu einer Höhe von drei Metern. Viehherden und wilden Landtiere ziehen sich in dieser Zeit zurück. In der Trockenzeit bleiben kleine Tümpel erhalten die Temperaturen können bis auf 40 °C ansteigen. Im Juli liegt der Höhepunkt der Trockenzeit und die Ufer sind nicht mehr fruchtbar. Dennoch ist die Artenvielfalt so groß, wie sonst kaum in einem Gebiet und die Wissenschaftler gehen davon aus, dass noch nicht einmal alle Tier- und Pflanzenarten bislang hier entdeckt wurden.